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Suggestionen bei Schlaflosigkeit, Schuldgef?hlen, Nervosit?t



In mir ist tiefe Ruhe. Ich sp?re die Harmonie, die meinen K?rper und mein ganzes Wesen durchzieht. Ich bin tief in mir selbst und f?hle die harmonische Verbundenheit mit allen meinen Kr?ften.

Mein Kopf ist frei und klar. Immer wenn ich mich zum Schlafen lege, ziehen sofort alle unn?tigen Gedanken davon wie kleine wei?e Wolken. In mich str?mt vollkommene Ruhe ein, und ich schlafe sofort, ohne Unterbrechung, bis zum Morgen.

Jeden Abend, wenn ich schlafen gehe, fallen alle Gedanken von mir ab. Sie dienten mir am Tage; in der Nacht kehre ich zur?ck zur vollkommenen Harmonie in meinem Selbst, zum Stelldichein mit meinem Unterbewusstsein. Die unendliche Weisheit meines Unterbewusstseins hilft mir, alles mit leichter Hand zu l?sen. Ich bin geborgen in der unersch?pflichen Quelle meiner geistigen Energie. Wenn ich schlafen gehe, sind alle unn?tigen Gedanken verflogen. Ich bin v?llig entspannt. Alle ?u?eren Dinge sind jetzt v?llig unwichtig, und ich schlafe sofort ein. Die ganze Nacht ?ber schlafe ich tief und fest. Mein Schlaf ist wunderbar erholsam. Morgens erwache ich ausgeruht und bin frisch und munter.

Heute beginnt ein sch?ner Tag. Ich begr??e ihn mit Freude im Herzen. Ich freue mich auf meine Aufgaben und auf alles, was ich mit anderen Menschen erleben werde. Voller Harmonie und positiver Energie trete ich den anderen entgegen

Ich ruhe in jedem Augenblick meines Lebens in meinem Selbst, beschirmt und gelenkt von der unendlichen Weisheit meines Unterbewusstseins. Weisheit ist meine bestimmende Lebenskraft, sie lehrt mich, mein Schicksal positiv und erfolgreich zu meistern. Ich bin ein au?erordentlicher Erfolg.


Suggestionen bei Depressionen, Angstgef?hlen und
Minderwertigkeitsgef?hlen



Ich bin vollkommen ruhig. Vollkommene Harmonie durchstr?mt mich. Ich sp?re die wunderbare Ausgeglichenheit meiner k?rperlichen und geistigen Kr?fte. Harmonie durchstr?mt mein ganzes Sein. Positive Energie durchstr?mt meinen K?rper und meinen Geist. Mein Kopf ist frei und klar. Mein Herz schl?gt ruhig und gleichm??ig. Alle st?renden Gedanken fallen von mir ab. Ich bin gesund, ich bin frei und klar. Die unendliche Weisheit meines Unterbewusstseins durchstr?mt mich und gibt mir Kraft und Sicherheit.

Frei und gel?st trete ich anderen Menschen gegen?ber. Ich kann ihnen offen ins Gesicht sehen und mitf?hlend ihre Eigenarten erleben. Ich erlebe sie in innerer Harmonie, in vollkommener Harmonie. Ich bin sicher und voller Selbstvertrauen. Ich lebe mein Leben aus der unersch?pflichen Lebenskraft meines Unterbewussten. Ich bin harmonisch verbunden mit meiner h?chsten geistigen Energie, die der Sch?pfer mir in dieses Leben mitgab. Gott hilft mir und lenkt mich ?ber die unendliche Weisheit meines g?ttlichen Wesens. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen. Ich bin stark und selbstbewusst. Ich bin voller Selbstvertrauen und erfolgreich in allem meinem Tun.

Jede Arbeit, jede Aufgabe, die ich zu bew?ltigen habe, gelingen mir leicht. Die unendliche "Weisheit, die ich aus meinem Unbewussten sch?pfe, macht mich sicher und frei. Ich lebe aus der Kraft meiner Mitte. Wunderbare Ruhe und Harmonie durchstr?men mein ganzes Sein.


20.10.05 10:38, kommentieren

Das innere Kind

"Das Erleben des inneren Kindes"

- Ein Bericht von elektroNICK -
"Das innere Kind" ist die Bezeichnung f?r bestimmte (unbewu?te) Charaktermerkmale in uns. F?r die Pers?nlichkeitsentwicklung ist es unabdingbar sich mit diesen Teilen zu konfrontieren und zu arrangieren.
Nur wenn es uns gelingt unseren verspielten, naiven und verletzlichen Teile zu integrieren, haben wir eine Chance auf dem Weg zur Ganzwerdung.

Zum Inhalt:
1. Das Problem des inneren Kindes
2. Die Geschichte des inneren Kindes in unserer Familie
3. Was haben wir in unserer Kindheit emotional erlebt?
4. Die Trennung zwischen innerem Kind und innerem Erwachsenen
5. Die Macht des inneren Kindes
6. Die Gesichter unseres inneren Kindes
6.1. Das ungeliebte innere Kind 6.2. Das geliebte innere Kind
7. Die Gesichter des inneren Erwachsenen
7.1. Der lieblose innere Erwachsene 7.2. Der liebevolle innere Erwachsene
8. Die Arbeit mit dem inneren Kind
8.1. Ein Beispiel der Arbeit mit dem inneren Kind 8.2. Oberstes Gesetz: Regelm??igkeit und Intensit?t! 8.3. Die Sprache unseres inneren Kindes: Bilder und Gef?hle 8.4. Die verschiedenen praktischen M?glichkeiten des Dialogs 8.5. Die ?ngste des inneren Kindes und des inneren Erwachsenen 8.6. Die Ernsthaftigkeit ist wichtig 8.7. Voraussetzungen f?r die Arbeit mit dem inneren Kind 8.8. Die zw?lf Schritte amerikanischer Selbsthilfegruppen
9. Das Ergebnis
10. Literatur

1. Das Problem des inneren Kindes
Mal ganz ehrlich: Haben Sie, lieber Leser, einen engen Kontakt zu Ihrem Gef?hlsleben? Wissen Sie immer ganz genau, was Ihnen gut tut? Haben Sie innere Lebensfreude sp?rbar jeden Tag?
Ohne ?bertreibung darf man wohl sagen, da? die ?bergro?e Mehrheit unserer Mitmenschen einen sehr sp?rlichen Kontakt zu ihren Gef?hlen hat. Spontan m?chte man meinen, da? dies nicht weiter schlimm sei, aber mit wachen Augen sieht man gen?gend Mi?st?nde in unserer Gesellschaft, die sich ohne Weiteres auf eine innere Gef?hllosigkeit reduzieren lassen.
Seien wir uns bewu?t, da? wir Deutsche in einem besonderen Ma?e als gef?hllos gelten. Offensichtlich gilt es in unserer Nation als eine Tugend, wenn man die eigenen Gef?hle hinter sich liegen lassen kann.
Zwangsl?ufig folgen aus dieser Unterdr?ckung aber Probleme, um die es in dieser Ausarbeitung gehen soll. Welche Gef?hle werden unterdr?ckt, welche Konsequenzen hat es und wie lassen sich die Schwierigkeiten beheben?
Wer es als normal und gesund empfindet, bei Unlust den Fernseher anzuschalten, bei schlechter Laune seine Mitmenschen fertig zu machen oder wochenlang unkreativ zu sein, wird mit diesem Text wenig anfangen k?nnen, denn an dieser Stelle gehe ich davon aus, da? obige Verhalten auf Dauer gesehen ?u?erst sinnlos sind, da wir uns in diesem Fall unn?tig deutlich wie Tiere verhalten.
Dieser Text richtet sich an diejenigen Zeitgenossen, die ihre psychologische Situation als nicht befriedigend empfinden und aktiv daran arbeiten m?chten. Wie bei allen Texten ?ber unterbewu?te Inhalte gilt auch hier, da? man sich davor h?ten mu?, das Gelesene sofort abzulehnen. Das Unterbewu?tsein liest immer mit und manchmal wehrt es sich!
Kommen wir zur Sache: Auf der Suche nach einer L?sung f?r die angesprochenen psychischen Probleme st??t man immer wieder auf eine Unterteilung wie die folgende Abbildung zeigt:
(((Hier fehlt eine Abbildung.)))
Alle diese Unterteilungen kann man aber auch in eine andere Kategorie fassen, die sich im amerikanischen Raum in der Therapie unzufriedener Menschen sehr bew?hrt hat: "der innere Erwachsene und das innere Kind ". Diese Bezeichnungen des Erwachsenen und des Kindes sind keine Fachbegriffe, sondern an der Praxis orientiert, um Menschen bei der Bew?ltigung ihrer Probleme zu helfen. Es geht letztlich darum, da? zwischen den oben genannten Instanzen immer wieder Spannungen entstehen, die zu Problemen f?hren. Typische Symptome sind:
eine Entfremdung von der eigenen Person,
eine Gef?hlsk?lte, unter der man auch selbst leidet,
Gef?hl der Sinnlosigkeit des eigenen Lebens,
Einsamkeitsgef?hle,
unerkl?rliches, pl?tzliches Herausbrechen von unbeherrschbaren Gef?hlen (Mitleid, Gewalt, ...)
Es scheint also offensichtlich ein Problem vorzuliegen. Wie kann man das Problem fassen? Eine verh?ltnism??ig angenehme und praktische Art ist die Sichtweise, da? unsere Psyche kein ununterteilbares Kontinuum ist, sondern eine Sammlung unterschiedlichster Instanzen, die unter anderem auch unser inneres Kind und unseren inneren Erwachsenen umfa?t. Anders ausgedr?ckt k?nnte man sagen, da? wir im Umgang mit unserer Psyche manchmal bewu?t eine kleine Pers?nlichkeitsspaltung vornehmen sollten, um uns selbst besser verstehen und beeinflussen zu k?nnen. Dieser Ansatz mag zun?chst etwas abwegig erscheinen, doch die Psychologie hat tats?chlich festgestellt, da? unser Bewu?tsein aus verschiedenen, teilweise autonomen Teilen besteht. So gesehen ist der Ansatz sehr angemessen.
Was diese Spaltung ausmacht, soll in einem Beispiel deutlich werden: Angenommen der nicht so seltene Fall, da? man abends keine Lust mehr hat, etwas Sinnvolles zu tun. Wie kann man mit der Situation umgehen?
a) Die erste M?glichkeit: Man f?hlt sich in diesem Augenblick g?nzlich unf?hig, gegen dieses Gef?hl anzugehen. Es hat vollkommen von einem Besitz ergriffen und es scheint innerlich niemanden zu geben, der ein "Machtwort" reden k?nnte. Man ist sich diesem Gef?hl noch nicht einmal bewu?t, es ist einfach vorhanden. Da von au?en niemand Druck aus?bt, wird man sich dem Fernseher, oder allgemein dem Tr?gheits-Gef?hl, hingeben.
b) Die andere M?glichkeit: Sobald dieses Gef?hl aufkommt, registriert man es. Du sagst Dir laut: "Aha, hier ist also ein Teil von mir sehr unzufrieden!". Da du dir bewu?t bist, da? lediglich ein Pers?nlichkeitsteil von dir unzufrieden ist, identifizierst du dich nicht v?llig mit ihm. Da deinem Wach-Bewu?tsein momentan nichts gegen den Strich geht, mu? sich also etwas unbewu?tes quer stellen: Das innere Kind. Es hat vielleicht in den letzten Stunden keinen Spa? mehr gehabt, mu?te immer brav schweigen und nun ist es st?rrisch. Du suchst nach Strategien, um den Abend doch noch sinnvoll zu nutzen (Konkretes sp?ter, wenn wir das innere Kind und den inneren Erwachsenen n?her kennengelernt haben).
Unter diesem neuen Aspekt sollen die psychischen Probleme und deren Abhilfe beleuchtet werden.
Zun?chst ein kleiner "Psychotest": Wie nahe sind Sie an Ihrem inneren Kind?
1.) Wie w?rden sie Ihre psychische Situation einsch?tzen? Eher emotional ausgeglichen, ohne besondere Extreme (Sie lachen selten laut, und weinen nicht)? Oder eher mit einer st?ndigen Gef?hlsdusche (laut lachen, ab und zu weinen, manchmal so richtig w?tend, manchmal ziemlich rachs?chtig)?
2.) K?nnen Sie sich vorstellen, da? sie ein inneres Kind - einen kindlich gebliebenen Pers?nlichkeitsteil - haben?
Ergebnis:
zu 1.) Da das innere Kind eine ausgesprochene Gef?hlsdynamik hat, kann man in etwa sagen, da? die Menschen mit h?ufigen Gef?hlsduschen n?her am inneren Kind sind, als die anderen. Ein kontinuierliches Gef?hlsleben l??t eher auf ein unterdr?cktes Kind schlie?en.
zu 2.) Wer sich nicht vorstellen kann, ein inneres Kind zu haben, ist weiter davon entfernt, als derjenige, der es sich vorstellen kann.
Je weiter man von seinem inneren Kind entfernt ist, desto wichtiger ist es, diesen Pers?nlichkeitsteil kennenzulernen. N?heres dazu in den folgenden Kapiteln.

2. Die Geschichte des inneren Kindes in der Familie
Die Geschichte unseres inneren Kindes ist die Geschichte unseres Gef?hls. Das Entscheidende an diesen Gef?hlen ist, da? sie nicht - wie unser Intellekt - in einem gro?en Umfang geschult wurden. Das Gef?hl ist niemals Gegenstand von Unterrichtsf?chern in der Schule gewesen und wird auch in der Familie Zuhause meistens ?bergangen, folglich lernt es nur sehr viel langsamer als unser Verstand.
Das unser Verstand lernen kann, ist uns allen bewu?t, aber wie kann das Gef?hl lernen? Um diese Frage zu beantworten, m?ssen wir ?berlegen, inwiefern sich unser Gef?hl seit unserer Kindheit weiterentwickelt hat.
a) Man kann es beispielsweise als eine Weiterentwicklung ansehen, da? unser jugendliches Gef?hl der Liebe einem reiferen, verantwortungsvolleren Gef?hl gewachsen ist.
b) Ein anderes Beispiel ist unsere F?higkeit, auf eigene Bed?rfnisse zeitweise zu verzichten, wenn es um einem anderen Menschen geht.
Als kleines Kind w?ren wir dazu nicht jederzeit bereit gewesen. Fest steht also: Unser Gef?hl kann lernen! Ebenfalls steht fest: Es lernt nur langsam, weil es wenig gef?rdert wird!
Schauen wir uns doch einmal an, wie verschieden wir mit Gef?hl und Verstand umgehen:
? Das Gef?hl ist in unserer Gesellschaft kein nennenswerter Aspekt. Selten wird ?ber Gef?hle gesprochen. Jungen wird eingeredet, sie h?tten gar kein Gef?hl. Jugendliche werden "cool" und halten sich damit f?r erwachsen. Unsere soziale Umwelt versucht unbewu?t mit allen Mitteln, eine gef?hlsm??ige Weiterentwicklung zu verhindern, da sie f?rchtet, wir k?nnten uns von ihr weg-entwickeln. So machen die Menschen sich gef?hlsm??ig voneinander abh?ngig und reagieren mit Strafen, wenn ein Mitglied sich distanziert. Als Erwachsener darf man im Beruf nicht mehr kindlich sein, sondern mu? f?r Konzerninteressen "?ber Leichen gehen". Als Senior darf man sein Gef?hlsleben auch nicht weiterentwickeln, da die Gesellschaft (wegen Konsum-Anheizung) darauf dr?ngt, da? man sich mit 65 Jahren genauso benehmen mu?, wie mit 50 Jahren.
Alle diese Einfl?sse bewirken, da? wir keinen engen Kontakt zu unseren Gef?hl haben, und da? unser Gef?hl absolut unterentwickelt ist.
? Der Verstand ist in unserer Gesellschaft ein wesentlicher Pfeiler. Der Verstand wird so fr?h es geht - schon in der Vorschule - gesch?rft, und durchl?uft danach 13 Jahre lang eine ausf?hrliche Schulung in allen m?glichen Disziplinen. Eventuell wird er danach im Studium nochmals 5 Jahre lang spezialisiert, um dann schlie?lich im Beruf auf Hochtouren zu laufen, um Konsumg?ter direkt oder indirekt zu produzieren. Die Gesellschaft gibt ihr bestm?gliches, um eine Weiterentwicklung des Verstandes zu erm?glichen. Es ist eine Tugend, seinen Verstand weit entwickelt zu haben.
Die Vernachl?ssigung des Gef?hls ist zwar auch eine gesellschaftlicher Nachl?ssigkeit, aber ma?gebend pr?gt die emotionale Situation der Familie das zuk?nftige Gef?hlsleben des Menschen. Das emotionale Klima der Familie wird von den Kindern ?bernommen und in das eigene Leben hineingetragen. Es hat sich in der psychologischen Forschung herausgestellt, da? das Familienklima gar nicht so schlecht sein kann, da? es nicht doch noch von den Kindern ?bernommen wird. Gepr?gelte Kinder suchen auch als Erwachsen wieder die Pr?gel, bzw. pr?geln selber. Wenn man in die Familien schaut, so sieht man kaum geeignete Vorbilder in den Eltern. Nicht desto trotz ?bernehmen die Kinder die Verhalten der Erwachsenen.
Aus dieser Betrachtung folgt, da? wir alle auch heute noch gef?hlsm??ig in unserer Familie leben!
Das Resultat der verschieden starken F?rderungen ist eine zunehmend fortschreitende Spaltung zwischen Intellekt und Gef?hl. Es ist nicht ?bertrieben, wenn man sagt: Wir haben den Intellekt eines Erwachsenen und das Gef?hlsleben eines Kleinkindes.
Teile der Psyche unserer Kindheit bleiben uns also auch noch bis tief bis ins Erwachsensein hinein erhalten. Sie k?nnen nicht mit dem 18. Geburtstag offiziell abgelegt werden, denn dieser Geburtstag k?mmert das innere Kind wenig.
(((Hier fehlt eine Abbildung.)))
Aus diesem Grund bleiben alle emotional pr?genden Einfl?sse tief in unsere Gehirnwindungen eingemei?elt und sind Zeugen unserer einstigen, kindlichen, emotionalen Situation. Auch heute noch sind wir Erwachsenen dazu verdammt, uns in diesem Gef?hlslabyrinth zu verlaufen. Im Gegensatz zu unserer Kindheit haben wir durch unseren Verstand aber die M?glichkeit, Anfeindungen oder Vorw?rfe besser zu verarbeiten.
Doch: Auch wenn wir glauben, da? wir nun erwachsen geworden sind, so ist es ein Irrtum anzunehmen, das innere Kind wurde von dem inneren Erwachsenen verdr?ngt. Es ist vielmehr so, da? sich ein innerer Erwachsener heranbildet, der neben dem Kind existiert. In den allermeisten F?llen ist dieser innere Erwachsene in uns eine Nachbildung unserer Eltern und der Gesellschaft. Er versucht st?ndig, unser inneres Kind klein zu halten und einzuengen.

3. Was haben wir in unserer Kindheit emotional erlebt?
Um beurteilen zu k?nnen, was wir als Kinder erlebt haben, m?ssen wir uns zun?chst Gedanken dar?ber machen, was wir als Kinder f?r eine gesunde Entwicklung der Gef?hlswelt brauchen:
Der wichtigste Punkt ist sicherlich die bedingungslose, dauerhafte Liebe und Zuwendung der Eltern. Dar?ber hinaus wird sp?ter die Anerkennung und die Respektierung des Kindes sehr wichtig. Kinder, die sich selbst (das Ich) entdeckt haben, wollen auch von der Umwelt akzeptiert werden. Das ganze sp?tere Leben wird von dem Wunsch nach Anerkennung gepr?gt sein - was nicht zuletzt auch aus evolutionstheoretischer ?berlegung Sinn macht: Aus der Suche nach Anerkennung resultieren Leistungen und erm?glicht damit auch eine sinnvolle Selektion im Rahmen der Partnersuche.
Die Erfahrung mit Menschen zeigt, da? die Suche nach Liebe, Zuwendung und Anerkennung das ganze Leben pr?gt. Das Leben besteht aus der Suche nach Liebe und Anerkennung! Von diesen Gef?hlen k?nnen wir gar nicht genug bekommen - die Pr?gungen in unserer Kindheit (unsere emotionalen Erlebnisse) haben die Grundmauern gesetzt f?r das emotionale Haus, in dem jeder von uns lebt. Schon jetzt kann vorweggenommen werden, da? die Suche immer im Innern des Menschen endet. Erst wenn er Liebe und Anerkennung in sich selbst findet, bekommt er seine ersehnte gef?hlsm??ige Ruhe.
Wie sieht die Realit?t aus? Leider weniger rosig, als man es erhofft. Die Eltern sind in einem zunehmenden Ma?e damit besch?ftigt, sich selber zu verwirklichen (sie suchen nach Liebe, Zuwendung und Anerkennung), anstatt eben diese Gef?hle an ihre Kinder weiterzugeben. Es ist eine traurige Tendenz, da? Kinder wieder immer einsamer aufwachsen und verwahrlosen. Der Fernseher als Babysitter ist gesellschaftsf?hig geworden.
Wenn wir dar?ber nachdenken, warum Eltern ihre Kinder nicht liebevoll genug erziehen und ihnen nicht die angemessene Anerkennung geben, so liegt dies meistens nicht daran, da? die Eltern dies aus Berechnung tun. Vielmehr sind sich die Menschen (und damit auch die Eltern) immer mehr bewu?t, da? ihnen etwas fehlt: Liebe, Zuwendung und Anerkennung. Diese L?cken wollen sie f?llen, was an sich eine lobenswerte Bestrebung ist. An dieser Stelle soll eine dunkle Bef?rchtung ge?u?ert werden: Je mehr eine Elterngeneration durch Leistungen am Arbeitsplatz versucht, die gesuchten Gef?hle zu erlangen, desto mi?ratener ist die darauffolgende Generation an Kindern.
Konkret bedeutet dies f?r die Kinder: Nur allzu oft werden sie als kleine Erwachsene angesehen, die nicht klug genug sind, nicht eigenst?ndig genug und deswegen nicht sehr viel Wert. Deswegen bedeutet Kindsein f?r uns fast immer Machtlosigkeit und Bedeutungslosigkeit. Sehr oft f?hlen sich Kinder vernachl?ssigt und k?nnen mit diesem Gef?hl nicht richtig umgehen, da sie noch nicht so gefestigt sind, wie die erwachsenen Menschen.
Kinder sehen nicht: "Aha, meine Eltern vernachl?ssigen mich, sie m?ssen selbst eine schwierige Kindheit gehabt haben. Die Welt an sich ist liebevoll, nur habe ich eben Pech gehabt, an solche Eltern geraten zu sein. Meine Eltern sind nur Opfer, also nehme ich es nicht pers?nlich, wenn sie mich schlagen - sie lieben mich trotzdem!". Kinder f?hlen schlimmstenfalls nur eins: "Die Welt liebt mich nicht, ich bin nicht akzeptiert, mein Leben ist sinnlos, ich bin versto?en, geha?t - ich bin nichts wert, ich soll nicht leben.".
Wenn wir nun die oben beschriebene Gef?hlswelt eines Kindes nehmen und bedenken, da? an der Gef?hlswelt in den allermeisten F?llen nicht gearbeitet wird (im Gegensatz zum Intellekt), wird klar, wie sich unser inneres Kind auch heute noch f?hlt: Ungeliebt, ?bergangen, Mi?achtet.
Es ist ein sehr wichtiger Schritt, von dem idealisierten Elternbild abzulassen. Wie oft denken wir vielleicht, was unsere Eltern alles h?tten besser machen k?nnen. Wir stellen uns ideale Eltern vor und w?nschen, solche Eltern gehabt zu haben. Aber es gibt solche Eltern nicht - dies mu? man einsehen. (Einen Trost am Rande: Selbst die Kinder, deren Kindheit man als sehr gl?cklich einstuft, haben eben deswegen Probleme als Erwachsene.)
In Bezug auf die Eltern wird auch noch ein weiterer Fehler gemacht: Man erwartet, da? der Partner die Rolle der Eltern spielt. Dabei ist er h?ufig ?berfordert, denn eventuell erwartet er die gleiche Unterst?tzung von einem selbst.
Jetzt, wo wir die Gef?hlswelt des inneren Kindes etwas kennengelernt haben, wollen wir betrachten, wie sich ein innerer Erwachsener in unserer Pers?nlichkeit herausbildete.

4. Die Trennung zwischen innerem Kind und innerem Erwachsenen
Nachdem wohl klar geworden ist, da? der intellektuelle Teil unserer Psyche hervorragend trainiert und weiterentwickelt wurde - im Gegensatz zum kindlichen Gef?hl, das vergleichsweise dahinvegetieren mu? - stellt sich die Frage, wie es zur Trennung kommen konnte.
Der erste Grund ist der gro?e Unterschied der Weiterentwicklung, der zweite Grund liegt in der schwierigen Zusammenarbeit dieser beiden Instanzen.
Zwar ist das innere Kind h?ufig fr?hlich und zufrieden, aber manchmal (bis ?fter) ist es melancholisch und selbstzerst?rerisch. Man kann vermuten, da? das innere Kind unzufrieden ist, weil es die Liebe, Zuwendung und Anerkennung, die es einst von den Eltern nicht ausreichend bekam, nun in der Gegenwart nicht von dem inneren Erwachsenen bekommt. Es handelt sich hier sozusagen um eine Erziehungsfortf?hrung des inneren Erwachsenen, die das innere Kind mit Unmut quittiert.
Man kann in der Entwicklung durchaus einen Teufelskreis sehen: Der Verstand wird geschult, das innere Kind vernachl?ssigt. Das innere Kind wird traurig und st?rrisch. Der Verstand merkt dies und geht deshalb auf Distanz zum inneren Kind, da es ihm nur Probleme (Melancholie) beschert. Die gr??ere Distanz verursacht beim inneren Kind eine wachsende Traurigkeit.
Auf diese Weise entstehen erhebliche Spannungen im Menschen, da er letztlich aus einem ?berheblichen, hyperaktiven Wach-Bewu?tsein und einem st?rrischen, melancholischen Unterbewu?tsein besteht; diese Mischung ergibt die f?r uns westlichen Menschen typischen Probleme, die schon in der Einleitung erw?hnt wurden.

5. Die Macht des inneren Kindes
Bei allem, was wir jetzt schon ?ber das innere Kind wissen, w?re es interessant zu kl?ren, inwieweit das innere Kind unsere Handlungsweisen beeinflussen kann. Zun?chst k?nnte man meinen, da? unterbewu?te, erfolgreich verdr?ngte Pers?nlichkeitsteile machtlos seien, aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Motivation:
Um die Frage der Macht des inneren Kindes beantworten zu k?nnen, m?ssen wir uns Gedanken ?ber die Motivation des Menschen machen. Was bedeutet es, motiviert zu sein?
Beim ersten Blick fallen uns vielleicht folgende Motivatoren ein: Zuneigung, Zustimmung, Anerkennung, Geld (um sich etwas zu leisten, was uns Spa? macht), Macht, Sicherheitsgewinn, Vermeidung von Schmerz, usw. Bei genauerer Betrachtung f?llt auf: Es sind prim?r Gef?hle, die uns antreiben, niemals wirklich rein intellektuelle oder materielle Belange.
Die Gef?hle sind gr??tenteils in der Hand des inneren Kindes, und damit ist fast der gesamte Bereich der Motivation. An dieser Stelle wird vielleicht langsam klar, wie elementar das unbewu?te innere Kind uns in der Hand hat: Es kann, wenn es will, unsere Motivationen beeinflussen und damit indirekt unser gesamtes Handeln.
Ein Resultat: Wenn wir etwas in seinem Sinne tun, so versorgt es uns bis zum Umfallen mit Motivation; alles klappt wunderbar und eine ganze Nacht kann vergehen, ohne da? wir auch nur ein klein wenig m?de werden. Genauso bekannt sind uns aber auch die Auswirkungen, wenn unser inneres Kind ?berhaupt nicht motiviert ist: Wir sind ungeschickt, m?de, tr?ge, lustlos, melancholisch, bewegungslos, sitzen wie hinter einem Schleier.
Diese Art der Macht ist vergleichbar mit der einer Regierung, die bestimmte Handlungen oder Gegenst?nde des Volkes besteuern kann. ?ber dieses indirekte Mittel k?nnen die Vorg?nge im Staat gelenkt werden. Genauso wie die Motivation k?nnen die Steuern nicht sofort wirken, aber Tendenzen und langfristige Ziele sind auf diese Weise gut steuerbar.
Krankheit:
Doch nicht nur Motivation, sondern auch Krankheiten sind ein beliebtes Mittel der inneren Kinder, wenn sie ihren Willen haben wollen. Auch hier wirken sie nur indirekt, nicht desto trotz aber sehr effektiv. Wenn man psychisch oder physisch krank ist, kann man nicht mehr alles das machen, was man will. Der Verstand, bzw. der innere Erwachsene, kann noch so viele Pl?ne haben: Bei Krankheit m?ssen viele Dinge ausfallen. Entweder kann man die Vorhaben aus k?rperlichen Gr?nden nicht zu ende bringen (Heiserkeit, gebrochenes Bein, h??lichen Pickel, ...), oder es vergeht die Lust (bei Grippe, Kopfschmerzen, ...).
Da viele Krankheiten uns an den ?blichen Besch?ftigungen hindern und uns manchmal einsam ans Bett fesseln, liegt manchmal die Vermutung nahe, da? unser inneres Kind nach Aufmerksamkeit sucht. Die Krankheit l?hmt uns nach au?en und f?hrt uns - im Idealfall - nach innen. Wenn diese Annahme richtig sein sollte, so w?rde auch klar, warum unsere Medizin sehr sch?dlich ist: Wir nehmen ein Medikament und versuchen weiter wie vorher zu arbeiten, obwohl die Krankheit deutlich sagt: "Hier ist dein inneres Kind. Es geht mir nicht gut. K?mmere dich um mich.". Was dann folgen kann, sind noch h?rtere Beschwerden.
Diese Art der Macht ist vergleichbar mit einem Hausarrest, der ebenfalls unsere gewohnten, extravertierten Handlungen unterbinden soll und uns unsere Freiheit nimmt, damit wir ?ber innere Dinge nachdenken. Wer aber "die Fensterscheibe einschl?gt", um nach drau?en zu gelangen, darf sich nicht wundern, wenn er "angekettet" wird.
Ein Unterpunkt von Krankheiten soll noch genannt werden, wenn es um die indirekte Macht des inneren Kindes geht: H?ufig werden wir von k?rperlichen Empfindungen getrieben, ohne das wir erkennen, welche Absicht dahinter steckt. Wenn uns also beispielsweise eine Hitzewelle ?berkommt, wenn wir neben einem unangenehmen Menschen sitzen, so da? wir kurz den Raum verlassen m?ssen, um unsere Jacke auszuziehen und drau?en aufzuh?ngen, so ist dieses Zusammentreffen von Antipathie und Hitzewelle kein Zufall. Das Unterbewu?tsein hat nachweislich die F?higkeit, ?ber unser vegetatives Nervensystem die K?rperparameter Temperatur, Muskelspannung, ... zu beeinflussen (wird im autogenen Training auch vom Wach-Bewu?tsein trainiert). Also wird unser inneres Kind kurz einmal eine Hitzewelle einsetzen, um uns von dem Platz neben dem unangenehmen Menschen zu vertreiben.
Wahrnehmung:
Das Macht-Mittel der Wahrnehmung ist ein ganz besonders effektives, bezieht sich aber nicht unmittelbar auf konkrete Handlungen, sondern auf die Aufnahme von Informationen ?ber die Wahrnehmung. Um dies erkl?ren zu k?nnen, ist es wichtig zu wissen, da? das menschliche Unterbewu?tsein die Kontrolle ?ber die sensorische Verarbeitung unserer Wahrnehmung hat. Diese Verarbeitung findet im Zwischenhirn statt und ist f?r unser Wach-Bewu?tsein unzug?nglich. Das Resultat dieses Umstandes ist beispielsweise unsere selektive Wahrnehmung, die daf?r sorgt, da? nur diejenigen Informationen von uns bewu?t registriert werden, die das Unterbewu?tsein (innere Kind) durchl??t. So kann es passieren, da? wir die gesprochenen Worte unserer Mitmenschen "zuf?llig" falsch verstehen, da? wir "zuf?llig" etwas unangenehmes ?bersehen haben, usw.
Man kann es gar nicht ausdr?cklich betonen, wie wichtig es ist, sich dieses Umstandes bewu?t zu werden: UNSER WACH-BEWU?TSEIN BEKOMMT VON UNSEREM INNEREN KIND SELEKTIVE WAHRNEHMUNGEN ANGEBOTEN! Keine unserer "bewu?ten" Entscheidungen ist frei von dieser Beeinflussung, denn wenn unsere Wahrnehmung verf?lscht ist, sind unsere Grundeinstellungen verf?lscht und damit auch unsere endg?ltigen Entscheidungen.
Leider geht es zu weit, auf diesem Umstand n?her einzugehen. Doch m?ssen wir uns bewu?t sein, da? ein Mensch, der beispielsweise in seinem Elternhaus das Gef?hl bekommen hat: "Du bist schlecht, alle Menschen sind schlecht", sein Leben lang Informationen durch diesen Wahrnehmungskanal aufnimmt. Tats?chlich findet er diese Einstellung ?berall unterst?tzt, da es ja tats?chlich immer wieder solche Nachrichten gibt. Aber es gibt auch gegenteilige Nachrichten, aber diese wird dieser Mensch nicht wahrnehmen. Er h?rt zwar oberfl?chlich von guten Menschen, aber er verarbeitet diese Information nicht; sie wird sofort verdr?ngt.
Wir Menschen denken immer, wir h?tten die Welt verstanden. In Wirklichkeit haben wir sie aber nicht verstanden, da wir nur bestimmte Aspekte der Welt sehen k?nnen: Die Aspekte, die in unserer Kindheit als Fundamente gelegt wurden.
Hier sehen wir also die Macht des inneren Kindes. Die beiden Mittel Motivation und Krankheit sind bei weitem nicht alle direkten Mittel, aber die gel?ufigsten. Um sich zu veranschaulichen, wie das Kind sich die Mittel aussucht, braucht man nur dar?ber nachzudenken, wie Kinder versuchen, ihre Eltern zu gewissen Dingen zu bewegen. Da Kinder keinen direkten Befehlszwang aus?ben k?nnen (dies ist das Mittel der Erwachsenen), m?ssen sie zu indirekten Mitteln greifen: quengeln, str?uben, heulen, lachen, Krankheiten vorspielen, schreien, usw... ?ber genau diese Mittel verf?gt auch unser inneres Kind.
Genauso, wie es uns einleuchtet, da? man ein weinendes Kind durch anschreien nicht zum lachen bewegen kann, sollte man dies auch nicht beim inneren Kind erwarten. Statt dessen m?ssen wir mit W?rme und Verst?ndnis um Sympathie und Einsicht werben.
Bei n?herer Betrachtung ist es schon etwas ern?chternd, da? absolut keine unserer Handlungen frei ist von den Beeinflussungen unseres Unterbewu?tseins und damit unseres inneren Kindes. Wann immer wir von FREIHEIT sprechen, sollte uns diese Tatsache bewu?t sein.

1 Kommentar 20.10.05 11:13, kommentieren

Das innere Kind

6. Die Gesichter unseres inneren Kindes
Das innere Kind kann verschiedene Aspekte beinhalten, die nat?rlich alle nebeneinander auf unser Gef?hlsleben einwirken. Der Deutlichkeit halber soll zwischen einem ungeliebten und einem geliebten Kind unterschieden werden. Allgemein gilt aber immer, da? das innere Kind das ganze Spektrum intensiver Gef?hle - Freude und Schmerz, Gl?ck und Traurigkeit - erlebt.
Wie bereits angedeutet wurde, lebt das Kind in uns auch dann fort, wenn wir schon erwachsen sind. Die Rolle des "Erziehers" ?bernehmen dann nicht mehr die Eltern, sondern jeder Erwachsene f?r sich selbst. Der Pers?nlichkeitsteil, der daf?r verantwortlich ist, nennt sich der "innere Erwachsene" (wir erl?utern ihn sp?ter). Somit l??t sich sagen, da? das innere Kind nicht nur aus der Vergangenheit heraus lebt und f?hlt, sondern auch aus den gegenw?rtigen Erlebnissen mit der Umwelt und dem inneren Erwachsenen.
Das innere Kind ist f?r unser inneres Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung, denn unsere F?higkeit, uns zu freuen, Spa? zu haben, Verantwortung tragen zu k?nnen, h?ngt von der Tiefe der Verbindung zu unserem inneren Kind ab. Die erste Frage, die sich ein Kind immer stellt, ist: Macht es auch Spa?? Auch f?r einen Erwachsenen ist es immer wichtig, sich diese Frage zu stellen und die sch?ne Seiten der Allt?glichkeiten zu entdecken.
Auf keinen Fall darf man den Fehler machen und das innere Kind als ein unwissendes Gef?hlskn?uel ansehen, denn es birgt eine Menge F?higkeiten, Wissen und Intuition die uns nicht bewu?t sind.
6.1 Das ungeliebte innere Kind
Wenn der innere Erwachsene sich davor sch?tzen m?chte, die Gef?hle und Bed?rfnisse des Kindes wahrzunehmen, dann trennt er sich durch die verschiedenen Formen von Selbstanklage, Vernachl?ssigung und Bequemlichkeit von seinem inneren Kind. Das Kind f?hlt sich dann ungeliebt, verlassen und sehr allein. Es schlie? schon in der Kindheit eventuell daraus, da? es schlecht, falsch, nicht liebenswert, unwichtig und unzul?nglich sei, sonst w?rde es nicht entweder ganz konkret von den Erwachsenen oder sogar von seinem inneren Erwachsenen im Stich gelassen werden.
Wie kann es passieren, da? sich der innere Erwachsene von dem inneren Kind distanziert? Die Antwort f?llt leicht, wenn man sieht, da? die Gef?hle des Kindes die Pl?ne des Erwachsenen h?ufig durchkreuzen. Das Gef?hl nimmt nicht immer R?cksicht auf die abstrakten Zw?nge des Bewu?tseins. Insbesondere die melancholischen, depressiven Gef?hle werden nach M?glichkeit unterdr?ckt, denn sie st?ren bei den geplanten Vorhaben. Es ist selbstverst?ndlich, da? diese Unterdr?ckung eine noch gr??ere Depression im inneren Kindes ausl?st.
Nicht selten f?hlt sich das innere Kind so schmerzhaft leer, da? es vor lauter Einsamkeit durch Suchtverhalten zu Kompensieren versucht. Egal, ob Alkohol, Nikotin, Zucker, Schokolade, Fernsehen, Sport, Schlaf, Sexualit?t, Arbeit, Geldausgeben und vielen anderen Dinge mehr - hier sehen wir ein einsames inneres Kind. Je tiefer die innere Verlassenheit, desto verzweifelter ist das Kind darum bem?ht, den Schmerz zu lindern und um so st?rker neigt es zu destruktiven und selbstzerst?rerischen Handlungen.
Es ist wichtig zu erkennen, da? das innere Kind nicht naturgem?? so ist, sondern da? es sich derart entwickelt hat, weil es ?u?erlich und innerlich verlassen wurde.
6.2 Das geliebte innere Kind
Das innere Kind, das sich geliebt f?hlt, ist das eigentliche innere Kind.
Warum ist es das eigentliche innere Kind? Weil dieser Aspekt des inneren Kindes die Qualit?ten aufweist, die ein gesundes Kind auszeichnen. Es entspricht den Eigenschaften, die der Archetypus des Kindes ausdr?cken soll:
Es ist die Quelle unserer Lebendigkeit, unserer Begeisterungsf?higkeit und unseres Potentials, uns zu wundern und in Erstaunen zu geraten. Das geliebte Kind ist stark, dynamisch und voller Leidenschaft: es ist verspielt, neugierig und immer f?r neue Ideen und Erfahrungen offen. Aus dem nat?rlichen inneren Kind flie?en unsere Kreativit?t, unsere Intuition und unsere F?higkeit, anderen Menschen zu vertrauen. Unsere Verspieltheit und Phantasie r?hrt von unserem inneren Kind her, genauso wie die lustvolle Lebensfreude, die Begeisterung und die Spontaneit?t.
Das Kind, das die Welt holistisch und nicht logisch-linear betrachtet, ist Tr?ger unserer F?higkeit zur tiefen emotionalen und spirituellen Verbindung zu uns selbst und zu anderen. Das geliebte innere Kind kann uns sagen, was wir sp?ren und w?nschen, weil es ein deutliches Gef?hl daf?r hat, was ihm gut tut und was ihm schadet. Menschen, die keinen Kontakt zu ihrem inneren Kind haben, wissen einfach nicht, was ihnen gut tut oder schadet.
Man stelle sich einmal vor, wie sch?n es w?re, wenn man st?ndig eine gute Verbindung zum inneren Kind h?tte. Wie heiter w?rde das Leben vorbeiflie?en, wenn man die meiste Zeit, und sogar die Arbeitszeit, an einem verspielten, kreativen, lustvollen Ort verbringen w?rde. Nat?rlich ist damit nicht gemeint, da? wir den ganzen Tag mit einem Schnuller im Mund herumlaufen sollen, sondern eine fr?hliche, kreative Grundeinstellung. Es kommt darauf an, eine Einheit mit sich selbst zu sein, statt sich immer zerrissen zu f?hlen. Erst wenn wir diese Einheit versp?ren, k?nnen wir gl?cklich und verantwortungsbewu?t sein.

7. Die Gesichter des inneren Erwachsenen
Auch wenn es auf den ersten Blick beim Lesen erstaunt: Jeder von uns ist ein Elternteil - und zwar f?r sein inneres Kind. Diese Tatsache ist eigentlich genauso schwierig einzusehen, wie die Tatsache, da? wir ein inneres Kind haben.
Der Erwachsene ist der logische, der denkende Teil in uns. Urspr?nglich war er einmal eine Einheit mit dem inneren Kind, aber dadurch, da? er wesentlich besser gef?rdert wurde, ist er viel weiter entwickelt und heute (fast schon) ein Gegenspieler zum inneren Kind. Die Gef?hle des Erwachsenen sind das Ergebnis seines Denkens. Im Gegensatz dazu sind die Gedanken des Kindes das Ergebnis seines F?hlens.
Der Erwachsene mu? die Aufgabe des liebevolle Bemutterns ?bernehmen - die alten Wunden heilen und die falschen ?berzeugungen durch die Wahrheit ersetzen. Ganz wichtig ist seine Aufgabe, die zerst?rerischen Verhaltensmuster des verlassenen Kindes nicht zu tolerieren.
Unser innerer Erwachsener kann ein liebevoller oder ein liebloser Erwachsener sein - mit anderen Worten: Ein Erwachsener, der sich entschieden hat, sich selbst von dem inneren Kind zu sch?tzen oder der beschlossen hat, von seinem inneren Kind zu lernen.
7.1 Der lieblose innere Erwachsene
Lieblos ist der Erwachsene, der die Wahl getroffen hat, sich gegen die Wahrnehmung und das Durchleben von Schmerz, Angst, Traurigkeit, Unbehagen und des intensiven Gef?hls des Alleinseins und der Einsamkeit seines inneren Kindes zu sch?tzen, und der sich weigert, daf?r die Verantwortung zu ?bernehmen.
Der lieblose Erwachsene hat sich zudem (nat?rlich unbewu?t) entschieden, keine Verantwortung f?r die Freude und die Geborgenheit des Kindes zu ?bernehmen. Er mi?t Aufgaben, Regeln und Verpflichtungen einen gr??eren Wert bei, als dem Gef?hl, in Kontakt mit sich selbst zu sein.
In uns spricht der lieblose Erwachsene durch die Stimme, die sagt, da? das Kind ihn bel?gt, da? es schlecht, falsch, dumm und unwichtig sei, und da? die Gef?hle des Kindes unwichtig seien.
Der lieblose, autorit?re Erwachsene hat als Hauptabsicht die Kontrolle des inneren Kindes und hat dabei die typischen Probleme, die Eltern haben, wenn sie nicht auf ihre Kinder h?ren. Die nat?rlichen F?higkeiten des Kindes werden so ?bergangen und dadurch verliert es nat?rlich automatisch an Wert.
Welche Einstellungen sind typisch f?r einen lieblosen, inneren Erwachsenen?
Sp?re deine Gef?hle nicht, sprich nicht ?ber sie.
Du kannst dich selbst nicht gl?cklich machen. Andere Menschen oder chemische Mittel m?ssen mich gl?cklich machen.
Sei gut, anst?ndig, pflichtbewu?t, perfekt und stark. Zeige keine Schw?che und kn?ppel jeden inneren Widerstand nieder. Bevor du Schw?che zeigst, spiele lieber den coolen Hecht.
Sei nicht lustig, albern und leichtherzig, sondern besonnen und erwachsen. Ein st?ndig fr?hliches Gesicht kann aber nicht schaden, damit die anderen denken, es ginge dir gut.
Sei nicht offen und ehrlich, sondern sprich in Andeutungen. Mache keine klaren Aussagen. Pflege auch den Kontakt zu Menschen, die dir unbeliebt sind; sie k?nnten irgendwann mal von Nutzen sein.
St?re das bestehende System nicht, indem Du w?chst, oder Dich ver?nderst. Bleibe wie du bist, damit sich die Umwelt auf deine Konstanz verlassen kann.
Wenn du krank bist, nehme Medikamente und arbeite weiter. G?nne dir keine Pause, h?re nicht auf den Quatsch mit der Psychosomatik und vertraue darauf, da? die Medikamente wirken werden. Bei Verstopfungen nimm Abf?hrmittel, bei Kopfschmerzen nimm Schmerztabletten, wenn du nicht schlafen kannst, nimm Schlaftabletten, wenn du eine Erk?ltung hast, nimm Wick Medischei?. Nur mache keinen Fehler: Denke nicht ?ber innere Ursachen nach!
Bleibe immer in Aktion. Denke nicht nach. Introversion macht nur Probleme. Wenn du nachdenklich wirst, lenke dich mit anderen Menschen ab, oder benutze Drogen (Alkohol, ...).
K?mmere dich nicht um die Gef?hlswelt der anderen Menschen. Hilf ihnen mit materiellen Dingen, aber interessiere dich nicht f?r innerliche Dinge.
Sei besser als die anderen, auch wenn es dich nicht mehr zufrieden macht. Das Leben ist ein einziger Machtkampf, in dem man maximale Leistung bringen mu?.
Glaube nicht an Gott - besonders nicht an einen liebenden Gott. Wenn es sein mu?, akzeptiere die Naturgesetze als Ersatz, die Evolution als kosmisches Prinzip.
Die Lieblingsspr?che: "Sei doch nicht kindisch!", "Bist du naiv!", ...
Diese Liste liest sich schaurig, aber leider finden wir hier die Einstellungen der meisten inneren Erwachsenen wieder. Wen wundert es, wenn das Gef?hl des inneren Kindes auf die Barrikaden geht? Ist es nicht einleuchtend, da? es all seine Macht ausspielen wird, um doch noch beachtet zu werden?
Jeder Leser kann sich wohl vorstellen, da? ein Kind - mit den obigen Maximen erzogen - wohl schwerste neurotische St?rungen davontragen mu?!
7.2 Der liebevolle innere Erwachsene
Der liebevolle Erwachsene ist sich bewu?t, da? er verantwortlich f?r unser Gef?hlsleben ist, da er wei?, da? das Gef?hl in der Regel zu schwach ist, als da? es sich gegen Anfeindungen von au?en sch?tzen k?nnte. Der liebevolle Erwachsene nutzt seine St?rke und seinen Verstand nicht dazu, das innere Kind zu unterdr?cken, sondern dazu, das innere Kind zu seinen Rechten zu verhelfen.
Mehr als alle Worte k?nnen Beispiele zeigen, wie sich ein liebevoller innerer Erwachsener verh?lt:
Wir sind liebevoll, wenn wir unser eigenes emotionales und spirituelles Wachstum und das anderer Menschen f?rdern und unterst?tzen wollen und wenn wir pers?nlich Verantwortung f?r unsere Gef?hle ?bernehmen:Wird man beispielsweise auf dem Arbeitsplatz von seinem Kollegen verbal angegriffen, wobei das Ziel das innere Kind ist, so ist es die Aufgabe des inneren Erwachsenen, dem inneren Kind klarzumachen, da? diese Kritik nicht pers?nlich zu nehmen sei, da das innere Kind im Kollegen noch unreif ist. Besser noch ist es, den entsprechenden Kollegen sofort ganz direkt und freundlich darauf aufmerksam zu machen, da? die Bemerkungen nicht gut waren, sondern verletzend. Auf diese Weise ist das innere Kind nicht nur wieder beruhigt, sondern es f?hlt sich auch f?r die Zukunft vor diesem Menschen sicher.
Das innere Kind hat h?ufig die Tendenz, die eigenen Eltern zu verachten, weil sie dem Kind oft nicht die ben?tigten Gef?hle entgegengebracht haben. Der liebevolle innere Erwachsene versucht diese Verachtung abzubauen, in dem er erkl?rt, da? auch die Eltern letztlich nur Opfer waren. Eine blo?e Verurteilung bringt keine Verbesserung, statt dessen versucht er, ein besserer Elternteil zu sein.
Ein besserer Elternteil zu sein, bedeutet, auf die Bed?rfnisse des Kindes einzugehen: Es zu loben, f?r seinen Spa? zu sorgen, seine Gef?hle wahrzunehmen und ernstzunehmen, es vor ?bergriffen zu sch?tzen, die Depressionen zu lindern, Kontakte mit Menschen, die es nicht mag, zu vermeiden, ...
Das innere Kind ist im Grunde genommen ehrlich und offen - wie Kinder es nun einmal sind. Wenn der innere Erwachsene heuchelt, verschweigt, taktiert, so schafft er damit Abstand zu seinem inneren Kind. Um die N?he zu erlangen, mu? man lernen, offen und ehrlich zu sein.
Der liebevolle innere Erwachsene wird sein inneres Kind so behandeln, wie ein normaler Erwachsener sein leibliches Kind auch behandeln w?rde.
In dem der liebevolle innere Erwachsene das innere Kind liebevoll behandelt, werden die sich ungeliebt f?hlenden Teile des Kindes abgebaut und die sich geliebt f?hlenden Teile des Kindes werden gest?tzt. Dieser Erwachsene wei? die Qualit?ten des inneren Kindes zu sch?tzen und behandelt es deswegen gut.
Im folgenden Kapitel werden wir sehen, wie der liebevolle innere Erwachsene den erneuten Kontakt zum inneren Kind sucht, und wie er eine Ann?herung erreichen kann.

8. Die Arbeit mit dem inneren Kind
Warum die Arbeit mit dem inneren Kind? Sie hilft uns, mit tieferer Schichten unseres Bewu?tseins in Kontakt zu kommen und uns somit uns als ein gr??eres Ganzes zu verstehen. Wir werden dadurch eine Einheit mit uns selbst. Durch diese Wiedervereinigung l?sen sich viele Probleme, Spannungen, Unklarheiten, Steitigkeiten, Krankheiten auf. Wir f?hlen uns wohler, ausgef?llter, sicherer. Dar?ber hinaus lernen wir automatisch auch unsere Mitmenschen besser kennen, denn jeder Mensch hat ein inneres Kind - und in verschiedenen Aspekten ?hneln sich alle Kinder sehr.
8.1 Ein Beispiel der Arbeit mit dem inneren Kind
Nachdem man im theoretischen Teil die Wichtigkeit der N?he zum inneren Kind eingesehen hat, geht es in diesem praktischen Teil geht es darum, seinem inneren Kind tats?chlich n?her zu kommen. Um ein Gef?hl daf?r zu bekommen, wie ein innerer Dialog mit dem Kind aussehen kann, gebe ich erst einmal ein Beispiel (aus "Auss?hnung mit dem inneren Kind", S. 147):
Melissa ist Mitglied in einer Selbsthilfegruppe und hat schon recht viel Erfahrung mit dem inneren Kind. Der Grund f?r ihre Probleme war die schwierige Ehe mit Marvin, den sie viele Jahre lang zu sehr umsorgte. Das Wach-Bewu?tsein von Melissa ist die Erwachsene im Selbst-Gespr?ch. Das Kind ist ihr inneres Kind.
" Donnerstag, 22 Uhr.
Erwachsene : Warum sind wir krank geworden?
Kind: Zu wenig Schlaf. Und du zwingst mich, mich um Marvin zu k?mmern.
Erwachsene: Wie kann ich helfen?
Kind: La? es zu, da? ich rede, wenn ich etwas nicht mag!
Freitag, 3 Uhr morgens.
Erwachsene: Wie f?hlst du dich?
Kind: M?de, und ich kann nicht schlafen.
Erwachsene: Warum nicht?
Kind: Es gehen viel zu viele Gedanken in deinem Kopf herum.
Erwachsene: Was mu? passieren, da? sie dich nicht mehr qu?len?
Kind: Ich nehme an, wir sind nicht in Kontakt miteinander. Warum kommst du nicht mit mir in Kontakt?
Erwachsene: Was brauchst du jetzt?
Kind: Du sollst mir sagen, da? es in Ordnung ist, gl?cklich zu sein.
Erwachsene: Nat?rlich ist das in Ordnung. Es ist wunderbar. Es gibt nichts Wunderbares am Leiden.
Kind: Aber Mavin macht mich runter, wenn ich gl?cklich bin.
Erwachsene: Ich wei?. Aber ich werde auf dich aufpassen, wenn er es tut.
Kind: Was wirst du tun?
Erwachsene: Ich werde dich sagen lassen "Das f?hlt sich nicht gut an" und weggehen.
Kind: Das hast du nie getan. Du hast immer angefangen, ihn zu fragen, warum er sich so benimmt, und du dachtest, da? er auf seine Weise lernen wolle, aber das ist nicht der Fall. Lernen hei?t, auf mich zu h?ren, sich auf mich einzustimmen. [...]
Erwachsene: Ja, ich habe es schon oft so gemacht. Ich mu? also akzeptieren, da? er verschlossen ist und einfach weggehen?
Kind: Ja, wenn du nur verstehen w?rdest, wie einfach es ist - stimm dich einfach auf mich ein und geh weg, wenn ich mich angespannt f?hle. Dann k?nnten wir uns diese langen Gespr?che sparen, weil es dann nichts zu bereden g?be."
Wie kann man dieses Gespr?ch verstehen?
Melissa hat lange regelm??ig den Kontakt zu ihrem inneren Kind gesucht und inzwischen ist sie so weit, da? das innere Kind (alias Unterbewu?tsein) so weit in das Bewu?tsein vorr?cken kann (darf), da? sich seine Gef?hle klar erf?hlen lassen, oder sogar in Worten gedacht werden. Dieser Vorgang ist gar nicht so ungew?hnlich, wir alle kennen diese Worte, wenn wir still in unserem Kopf - ohne es zu wollen - beispielsweise ein Streitgespr?ch mit anderen Menschen f?hren. Es ist unser inneres Kind, da? dieses Gespr?ch f?hrt!
Dieses Gespr?ch kommt normalerweise unkontrolliert und spontan. Aber mit regelm??iger ?bung kann man diese Gespr?che auch bewu?t hervorrufen und lenken. Melissa hat einen guten Kontakt zu ihrem inneren Kind aufgebaut, da? durch Sprache mit ihr kommunizieren kann. Ihr inneres Kind kennt die Gr?nde f?r die Schwierigkeiten in der Ehe und erkl?rt es Melissa, die von Fehleinstellungen geplagt sich aufopfert.
8.2 Oberstes Gesetz: Regelm??igkeit und Intensit?t!
Das allerwichtigste an der Arbeit mit dem inneren Kind ist die Regelm??igkeit. Was man genau w?hrend der gemeinsamen Zeit mit dem inneren Kind macht, ist bei weitem nicht so entscheidend, wie die Tatsache der Regelm??igkeit.
Regelm??igkeit
Warum ist Regelm?igkeit so wichtig? Weil sie N?he und Vertrauen schafft. Erst durch die regelm??ige, also t?gliche, Besch?ftigung mit dem inneren Kind entwickelt sich eine N?he. Man ist sich nicht mehr fremd. Man denkt nicht lange dar?ber nach, ob man nun ins Gespr?ch kommen will, oder nicht, sondern es ist ganz selbstverst?ndlich, da? man miteinander redet.
F?r das innere Kind ist es von gro?er Wichtigkeit, da? es weis: "Der Erwachsene mag mich. Er nimmt mich ernst und k?mmert sich um mich. Ich bin ihm nicht egal.". Erst wenn das innere Kind sich akzeptiert f?hlt, kommt es zu fruchtbaren Unterhaltungen mit ihm. Berichte von Amerikanern, die an "Self-Parenting"-Kursen teilnahmen, berichteten, da? das innere Kind richtiggehend beleidigt ist, wenn man einen Tag ausl??t. Wenn man es am zweiten Tag anspricht, so antwortet es nicht. Erst nach beispielsweise drei Tagen meldet es sich wieder.
Praktisch bedeutet dies, da? man mindestens einmal am Tag 15 - 30 Minuten ausschlie?lich mit dem inneren Kind verbringt. Das Telefon ist abgeschaltet; wenn es an der T?r klingelt, macht man nicht auf. Das Kind mu? f?hlen, da? man nur f?r es pers?nlich da ist.
Intensit?t
So schwer es zu Anfang auch fallen mag, so wichtig ist es auch, die N?he zum inneren Kind den ganzen Tag lang zu suchen. Wenn man nicht den halben Tag lang mit seinem inneren Kind zusammenarbeitet, so werden die restlichen Anstrengungen sofort wieder relativiert. Das Gute wird wieder zunichte gemacht, da der Schaden durch die zu lange Distanz zu gro? ist. Mit Sicherheit sind 30 Minuten am Tag nicht ausreichend. Das innere Kind ist wie ein normales Kind auch: Ein echter Full-Time-Job!
Da wir jetzt um die Wichtigkeit der Regelm??igkeit und der Intensit?t wissen, k?nnen wir uns anschauen, welche Dinge wir denn so intensiv betreiben sollen:
8.3 Die Sprache unseres inneren Kindes: Bilder und Gef?hle
Wer im Rahmen der Arbeit mit dem inneren Kind eine Kommunikation aufbauen will, mu? zun?chst auf die uns so gewohnte verbale Sprache verzichten. Dem inneren Kind sind unsere abstrakten Worte unverst?ndlich und manche Forscher behaupten sogar, da? es nicht einmal die Verneinung verstehen kann. Wenn wir uns einreden wollten "Ich bin nicht traurig.", so w?rde bei dem Kind nur ankommen "Ich bin traurig.".
Aber selbst, wenn wir dem Kind zu erkl?ren versuchen, da? wir die n?chste Woche auf jeden Fall unsere Erk?ltung losgeworden sein m?ssen, n?tzt es wenig, wenn wir uns den Satz "N?chste Woche bin ich gesund." immer wieder vorsprechen. Viel wirksamer ist es, sich bildlich vorzustellen (visualisieren), wie wir gesund durch den Arbeitsplatz h?pfend unsere Kollegen erstaunen und nur so vor Kraft strotzen. Gleichzeitig m?ssen wir unserem inneren Kind das Gef?hl "Gesundheit" anbieten. Wir m?ssen uns schon gesund f?hlen, obwohl wir noch krank sind.
Ein ganz einfacher Hinweis auf die Bildersprache unseres inneren Kindes sind die Tr?ume. Hier sehen wir sehr lebendig, wie Bewu?tseinsinhalte nicht mit Worten ge?u?ert werden, sondern durch Bilder. Der innere Erwachsene kann sich beispielsweise durch ein Traumdeutungslexikon die Bilder entschl?sseln und so die Botschaft verarbeiten.
Ein anderes Beispiel f?r die Bildverarbeitung unseres inneren Kindes sind unsere Reaktionen auf eine Rede. Wenn der Redner geschickt ist, wird er nicht nur Verstandesargumente f?r unseren inneren Erwachsenen finden, sondern auch gute Bilder, die unser inneres Kind versteht. Wenn beide Instanzen zufrieden sind, dann hat die Rede gut gewirkt.
Aus welchem Grund sind M?rchen und Mythen mit so vielen sprachlichen Bildern versehen? Weil unser inneres Kind dies verarbeiten kann. ?berlegen wir: Angenommen, wir wollten einem Kind etwas schwieriges erkl?ren. Wie w?rden wir es tun? Mit Bildern nat?rlich. Die Biene und das Bl?mchen sind herrliche Veranschaulichungen f?r die Fortpflanzung.
Auch der Erfolg des Fernsehers ist nur durch seine Bilder zu erkl?ren. Unser inneres Kind liebt den Fernseher, weil er so viele bunte und bewegliche Bilder hat. Egal, ob das innere Kind die von den Autoren beabsichtigte Aussage versteht oder nicht, die Bilder schaut es sich gerne an. Nicht umsonst gibt es jedesmal eine Welle von Spenden, wenn Bilder aus der Dritten Welt in die Wohnzimmer flimmern: Das innere Kind hat die Botschaft verstanden, die es in dem Zeitungsartikel nicht verstanden hat. Es ist klar, da? wir Fernsehzuschauer damit in den Klauen der Sendeanstalten (und damit der Politik) sind, aber das interessiert das innere Kind nat?rlich nicht. Man mag es beurteilen, wie man will, da? 95% der Bundesb?rger das Fernsehen als Lieblingsbesch?ftigung nennen. Der innere Erwachsene rationalisiert nat?rlich, da? es wichtig ist, das Auslandsjournal zu sehen, aber meistens ist die Ursache des Fernsehens das innere Kind.
Diese kleine Auflistung sollte deutlich machen, wie wichtig Bilder f?r das Leben unseres inneren Kindes sind. Deshalb merken wir uns, da? es keinen Sinn macht, lediglich ?ber Worte mit dem inneren Kind zu kommunizieren. Wir m?ssen ein Gef?hl der Liebe und Bilder an das Kind herantragen, anstatt einfach zu sagen "Ich liebe Dich.".
8.4 Die verschiedenen praktischen M?glichkeiten des Dialogs
Wie es sich schon herumgesprochen haben d?rfte, ist es niemals wirklich sinnvoll die Arbeit mit dem inneren Kind still in Gedanken vor sich zu nehmen.
Wie in der Komplexbearbeitung und in der Traumarbeit ist es von gr??ter Wichtigkeit, die aufkommenden Gef?hle und Gedanken festzuhalten. Dies erreicht man durch ein lautes Aussprechen der Gedanken oder besser noch durch ein Aufschreiben. Ein deutlicheres Artikulieren als das ledigliche Denken hat au?erdem den Vorteil, da? man genauer Beobachten kann, wie genau die Kommunikation verl?uft; in Gedanken verf?llt man gewohnten Mustern, ohne es zu merken.
?Das Scheiben hat den Vorteil, da? man alle Einzelheiten auch noch Monate sp?ter nachverfolgen kann, um Fortschritte besser wahrzunehmen oder eventuelle Verzerrungen aufzuzeigen. Desweiteren sei darauf verwiesen, da? in amerikanischen Studien nachgewiesen wurde, da? Tagebuch-schreibende Menschen nicht nur gl?cklicher, sondern auch leistungsf?higer sind - dies nur als kleiner Ansporn.
Der Nachteil des Schreibens liegt darin, da? es nicht sehr spontan abl?uft, da man ja immer schneller denkt als schreibt, insbesondere bei aufgepeitschten Gef?hlen.
Manche Menschen schreiben die Worte des inneren Erwachsenen mit der rechten Hand (verbunden mit der linken Gehirnh?lfte - rationales Denken, Verstand) und die Worte des inneren Kindes mit der linken Hand (verbunden mit der rechten Gehirnh?lfte - bildliches Denken, Gef?hl). Auf diese Weise sollen beide Pers?nlichkeitsteile sich besser ?u?ern k?nnen. Mit links zu schreiben f?llt nicht leicht, aber mit etwas ?bung kann man diese Wort durchaus lesen.
?Das laute Reden hat den Vorteil der gr??eren Spontaneit?t. Man kann die Gef?hle laufen lassen und in sich so richtig in Rage reden. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man sich kaum vorstellen, wie gro? der Unterschied zwischen reden und denken ist. Wenn etwas ausgesprochen wird, gewinnt es an Realit?t und Bewu?theit. Manchmal hat man sogar Hemmungen, irgendetwas vor sich selbst auszusprechen - hier sieht man deutlich, wie sich etwas verstecken m?chte und sich vor dem ?bergang des unbewu?ten Bildes zum bewu?ten Wort scheut.
Eine interessante M?glichkeit des m?ndlichen Dialogs mit dem inneren Kind ist folgende: Man nehme sich zwei St?hle und klebe an die R?ckenlehne eines jeden Stuhles ein Bild. Auf den ersten Stuhl ein Bild aus unserer Kindheit (ca. 6 Jahre alt) und auf den zweiten Stuhl ein aktuelles Bild. Nun kann man sich abwechselnd auf die beiden St?hle setzen und mir dem gegen?berliegenden Photo (Pers?nlichkeitsteil) sprechen. Wenn man m?chte, kann man sogar die entsprechende Kinder- oder Erwachsenenstimme annehmen.
Wie man sieht, haben beide Techniken Vor- und Nachteile. Ein Kompromi? w?re, beide Techniken zu nutzen, je nach dem, wozu man sich gerade f?hlt. Auch stattgefundene Gespr?che mit sich selbst kann man anschlie?end problemlos zusammenfassen, um das "Ereignis" zu dokumentieren.
8.5 Die ?ngste des inneren Kindes und des inneren Erwachsenen
Wenn es darum geht, da? das innere Kind und der innere Erwachsene sich ann?hern sollen, gilt es viele ?ngste und Vorurteile zu ?berwinden.
Die ?ngste und Vorurteile des Erwachsenen
?Der Erwachsene hat Angst, weil er zum einen sein Selbstkonzept ?ndern mu?. Wie jeder Mensch in der Gesellschaft, so glauben auch wir immer stark sein zu m?ssen. Aber wir sind nicht immer stark; manchmal (h?ufiger, als wir glauben) sind wir auch verletzlich und schwach. Wenn wir uns unserem inneren Kind n?hern, m?ssen wir Schw?che zeigen k?nnen, denn unser inneres Kind ist oft schwach und empfindlich. Es ist verst?ndlich, wenn der Erwachsene Angst davor hat, sein Selbstkonzept zu ?ndern, da er nicht absch?tzen kann, wie seine Umwelt reagieren wird.
?Der Erwachsene mu? im normalen Alltagsleben immer die Fassung wahren. Wenn er sich sehr freut, mu? er sich etwas d?mpfen, um nicht aus dem Rahmen zu fallen. Wenn er depressiv ist, mu? er sich am Riemen rei?en, um nicht mit einem langen Gesicht durch den Tag zu laufen. Kurz: Unsere Umwelt verlangt von uns, da? es uns jeden Tag gleich gut, bzw. schlecht geht. Aber unser inneres Kind hat keine konstante Gef?hlswelt. Es ist mal lustig und mal traurig. Egal, welches Gef?hl es gerade hat, es will es immer zeigen. Dies ist f?r den Erwachsenen schwierig, denn er mu? die gro?e Gef?hls-Dynamik mitmachen und l?uft (subjektiv) Gefahr, von seinen Mitmenschen schief angeschaut zu werden.
(((Hier fehlt eine Abbildung.)))
Die unkonstante Gef?hlswelt w?re nicht tragisch, wenn es haupts?chlich lustig w?re. Aber immer sind Lustigkeit und Traurigkeit miteinander verbunden. Das Ma?, in dem man lustiger und freier wird, gilt auch f?r die Depressionen. Man ist eben manchmal auch depressiv und leistungsunwillig. Dies mu? der Erwachsene akzeptieren - und davor hat er Angst.
Wie sich in den Therapien immer wieder herausgestellt hat ("Auss?hnung ...", S. 170), haben die Erwachsenen eine gro?e Angst vor dem, was das innere Kind an Bed?rfnissen und Einstellungen hat. Vielleicht m?chte es Dinge realisiert haben, die diametral den Vorhaben des Erwachsenen entgegenstehen. Vielleicht liebt das innere Kind den Beruf nicht, vielleicht liebt es den Partner nicht mehr, oder es sperrt sich gegen Vertr?ge oder Abmachungen, die der Erwachsene eingef?delt hat. Vielleicht will es auch den ganzen Tag nur lachen und spielen. Wer wei? das schon?
Vielleicht hat man Angst, da? das Kind etwas Unheimliches, Bedrohliches, Wildes, Verr?cktes w?nscht. Davor hat man nat?rlich Panik.
Das Vorurteil des Erwachsen geht h?ufig dahin, da? er meint, das Kind hat keine besonderen Leistungen, nichts, was ihn reizen k?nnte. Es ist eben "nur" ein Kind. Tats?chlich kann das innere Kind vielleicht wenig ?ber Politik erz?hlen, aber daf?r kennt es sich um so besser im Gef?hlsleben aus, es ist beispielsweise intuitiv, kreativ, sympathisch, ... und hat uns an subjektiver Lebensqualit?t eine Menge zu bieten.
Ein weiteres Vorurteil ist zu glauben, was das innere Kind f?hlt und will. Gerade durch diese Argumentation kann man vermeiden, das innere Kind zu fragen. Hier handelt es sich sozusagen um eine geschickte (und arrogante) Taktik des Bewu?tseins der Konfliktvermeidung.
Die ?ngste und Vorurteile des Kindes
Das Kind ist in seinem Leben schon so h?ufig verraten worden, da? es sehr vorsichtig ist, wem es sein Vertrauen schenkt. Es mi?traut dem inneren Erwachsenen zun?chst einmal, da es nicht sicher ist, ob er zuverl?ssig f?r es da sein kann. Hier liegt gleichzeitig die Angst und das Vorurteil.
Das Kind ist von seinem Erwachsenen gewohnt, da? er viel schwierige Dinge erwartet. Immer hat er Anspr?che, Verbote und Regeln. Das innere Kind mag aber alle diese Einengungen nicht und es f?llt ihm deshalb schwer, sich in die N?he des Erwachsenen zu wagen.
8.6 Die Ernsthaftigkeit ist wichtig
Es ist ein gro?er Schritt von der anf?nglichen, unkonkreten, abstrakten Aussage "Ja, ich m?chte mich um mein inneres Kind k?mmern." bis hin zur wirklichen Realisierung dieser Aussage. Zu Anfang ist die N?he noch nicht da, man kennt die Verantwortung noch nicht und ist sich nicht sicher, wie das innere Kind f?hlt. Man darf nicht bei der Oberfl?chlichkeit stehenbleiben, sondern mu? N?gel mit K?pfen machen.
Vielleicht darf ich den Punkt an einem Beispiel klarmachen: Die verschiedenen Grade der Ernsthaftigkeit sieht man h?ufig in der Art des Einsatzes der Eltern f?r ihr Kind. W?hrend V?ter sich eher abstrakt, distanziert f?r ihr Kind einsetzen, sind M?tter k?mpferischer, konkreter, n?her f?r das Kind da. Nicht umsonst gilt nicht nur im Tierreich, sondern auch in den asiatischen Kampfsportarten: Kein Gegner ist so gef?hrlich, wie eine Mutter, die ihr Kind verteidigt. Ebenso m?ssen wir unser Kind nah umgeben und notfalls f?r es k?mpfen.
Weil dieser Punkt so wichtig ist, soll ein weiteres Beispiel aus dem Buch ("Auss?hnung mit dem inneren Kind", S. 148) gegeben werden: Roberto hat sich vor kurzem den Arm bei einem Autounfall gebrochen.
Erwachsener: Was m?chtest du?
Kind: Ich m?chte geliebt und umsorgt werden. Ich m?chte, da? du dich um uns k?mmerst.
Erwachsener: Ich m?chte mich um uns k?mmern! (Roberto neigt dazu zu sagen "Ich m?chte dies oder jenes tun" und tut es nicht. Er sagt noch nicht "Ich werde...")
Kind: Dann tu es, verdammt nochmal! Niemand sonst wird es tun! (Das Kind reagiert hier auf Robertos Gewohnheit, "Ich m?chte" zu sagen, ohne dann entsprechend konsequent zu handeln.)
Erwachsener: Du bist verletzt, und ich versuche, mich um dich zu k?mmern. ("Ich versuche ..." !!!)
Kind: Du bist echt beschissen. Du m?chtest in deinem Selbstmitleid steckenbleiben und sterben. (Das Kind nimmt ihm sein "ich versuche" nicht ab.)
Erwachsener: Das reicht! Ich k?mmere mich um uns, uns ich liebe uns, und dieser Dialog wird und helfen, uns zu heilen. (Roberto verr?t sein Kind eher, als zu lernen und sein Kind zu fragen, warum er denn "beschissen" sei.)
Kind: Dieser Dialog ist ebenfalls v?llig bl?dsinnig. Ich habe Angst.
Erwachsener: Dieser Dialog wird unser Leben retten helfen. (Roberto verkauft immer noch seine Ideen, ohne die Absicht, etwas ?ber die Angst des Kindes lernen zu wollen.)
Kind: Ich brauche ein Nickerchen.
Erwachsener: Okay.
Roberto unterlie? am n?chsten Tag, einem Sonntag, das Schreiben und setzte den Dialog erst wieder am Montag fort.
Erwachsener: Ich liebe dich, und ich setzte mich daf?r ein, f?r dich zu sorgen und ?ber dich und von dir zu lernen. Wie geht es dir?
Kind: Es geht mir besser, aber ich bin w?tend auf dich, weil du mir gestern nicht geschrieben hast.
Erwachsener: Ich f?hlte mich so wohl, nachdem ich in der Kirche gewesen war, und ich entschuldige mich! (Roberto erkl?rt und verteidigt sich, anstatt sich nach der Wut des Kindes zu erkundigen.)
Kind: Es scheint mir immer eine Entschuldigung zu geben. (Sein Kind nimmt ihm die Erkl?rung nicht ab.) Entweder bist du zu m?de oder du hast zu starke Schmerzen. Wir brauchen soviel Zeit zusammen! Ich habe jetzt Angst, und du warst nicht in der Lage, dich darum zu k?mmern, da? wir ernsthaft ins Gespr?ch kommen.
Erwachsener: Ich denke, du gibst mir keine Chance. Erz?hl mir etwas ?ber deine Angst. (Jetzt hat er die Absicht, etwas zu erfahren.)
Kind: Ich habe Angst, da? wir zumachen, und dann laufen wir irgendwie herum und kommen ?berhaupt nicht mehr ins Gespr?ch. Ich bin einsam und brauche etwas Spa?.
Erwachsener: Okay, la? uns spazieren gehen! (Roberto entfernt sich wieder von seiner Absicht zu lernen und versucht, sein Kind zu beschwichtigen, anstatt es zu fragen, was es m?chte.)
Kind: Zuerst m?chte ich dir sagen, wie sehr ich Patti vermisse! Wir hatten soviel Spa? miteinander! Ich bin w?tend auf dich , weil du sie einfach von mir entfernt hast, so wie alle anderen auch.
Erwachsener: Patti war zu jung. [...] Es tut mir leid, da? ich damals die Falsche ausgesucht hatte. (Roberto rechtfertigt sich, anstatt zu versuchen, die Gef?hle seines Kindes zu verstehen.)
Kind: Ich habe Angst wegen der Arbeit. Wie willst du uns ern?hren?
Erwachsener: Ich tue, was ich kann. Wir haben eine k?rperliche Verletzung, die heilen mu?. (Roberto unternimmt keinen Versuch, die Gef?hle seines Kindes wahrzunehmen und sie zu verstehen. [...]"
Dieses Beispiel zeigt sehr sch?n, wie ein nicht aufrichtiger Dialog mit dem inneren Kind aussehen kann. Es wird deutlich, wie Roberto um den hei?en Brei herumredet, anstatt ehrlich zu sein. Die leeren Phrasen kann das innere Kind genau verstehen. Man kann noch so oft "ich liebe Dich" sagen; wenn es nicht ehrlich und aufrichtig gemeint ist, bringt es keine Fortschritte.
8.7 Voraussetzungen f?r die Arbeit mit dem inneren Kind
Im folgenden sollen einige Voraussetzungen aufgelistet werden, die deutlich machen, welche innere Einstellung von N?ten ist, um einen Erfolg zu erzielen:
- man sollte einsehen k?nnen, da? man f?r die eigene Freude und das eigene Leid Verantwortung ?bernehmen mu?. Viele Gef?hle werden durch ?u?erliches (Personen oder Gegenst?nde) ausgel?st, aber das Gef?hl ist eine innere Reaktion darauf. Kein Gegenstand macht gl?cklich, sondern immer und ausschlie?lich nur unsere Empfindung zu ihm. Man mu? lernen, da? man niemanden au?er sich selbst daf?r verantwortlich machen darf, wie wir f?hlen. Die Arbeit mu? darauf hinauslaufen, da? man niemanden mehr kontrollieren will, um das eigene Gl?ck zu sichern.
Es wird als eine typische Grundeinstellung s?chtiger Menschen beschrieben, zu glauben, ?u?erliche Dinge k?nnten uns gl?cklich machen.
- man mu? bereit sein, alles aufs Spiel zu setzten, um alles gewinnen zu k?nnen. Es ist nicht einfach, sich diese Freiheit zu erk?mpfen. Vielleicht kann man wirklich verallgemeinern, da? der Einsatz (die Dinge, auf die man zu verzichten bereit ist) die Gr??e des Gewinns (die Dinge, die uns gl?cklich machen k?nnen) direkt bestimmt.
8.8 Die zw?lf Schritte amerikanischer Selbsthilfegruppen
Viele Selbsthilfegruppen in den USA haben eine Liste an Grund?berzeugungen, die Menschen mit Drogenproblemen (anonyme Alkoholiker), Gewichtsproblemen (Weight Watchers) oder Kindheitsproblemen bei der Heilung helfen sollen. Gem?? dem Prinzip EINSEHEN - EINGESTEHEN - SCHW?CHE BEKENNEN - AKTIV WERDEN - ANDEREN HELFEN folgt hier ein m?glicher Kodex:
Wir haben zugegeben, da? wir in unserem Ego-Zustand (nichtliebender Erwachsener und verlassenes Kind) machtlos ?ber unsere S?chte waren, da? unser Leben nicht mehr zu bew?ltigen war.
Wir haben eingesehen, da? es unsere Gesundheit wiederherstellen konnte, wenn wir unsere Ego-Kontrolle aufgeben und sie unserem h?heren Selbst ?berlassen und von unserem h?heren Selbst lernen, wie wir unserem inneren Kind ein liebevoller Erwachsener sein k?nnen.
Wir haben die Entscheidung getroffen, unser Leben unserem h?herem Selbst zu ?bergeben, indem wir von unserem inneren Kind lernen.
Wir haben eine ehrliche Aufstellung gemacht von den Wegen, die wir gew?hlt hatten, um uns zu sch?tzen, und von den Glaubenssystemen und unverheilten Wunden hinter diesen Verteidigungsstrategien.
Wir haben unserer h?heren Macht, uns selbst und mindestens einer anderen Person die gesamte Geschichte unserer Selbstschutzmechanismen, Verletzungen und Glaubenssysteme anvertraut, die uns dazu gebracht haben, unserer inneres Kind zu verlassen.
Wir haben uns entschlossen, uns unserer h?heren Macht / unserem h?heren Selbst gegen?ber zu ?ffnen und auf den Schutz des Ego zu verzichten, indem wir Verantwortung f?r unser eigenes inneres Kind ?bernommen haben.
Wir haben unsere Ego-Kontrolle aufgegeben und auf liebevolle Weise F?hrung durch unsere h?here Macht gesucht, um den Bed?rfnissen und Gef?hlen unseres inneren Kindes zu entsprechen.
Wir haben eine Liste von all dem zusammengestellt, womit wir unser inneres Kind und andere verletzt haben, und wir sind bereit, daran zu arbeiten.
Wir haben uns auf den Proze? eingelassen, uns selbst zu vergeben und uns unserem inneren Kind und anderen gegen?ber, die wir verletzt haben, freundlicher zu verhalten, es sein denn, dies w?re nicht liebevoll.
Wir f?hren fort, den Bed?rfnissen und Gef?hlen unseres inneren Kindes gr??te Aufmerksamkeit zu schenken und uns wieder zu verbinden, wenn wir den Kontakt verloren hatten.
Wir haben durch Meditation und schriftlichen und m?ndlichen Dialog die Verbindung zu uns selbst, zu anderen und zum Universum verbessert.
Da wir durch diese Schritte spirituell erwachten, wandten wir uns mit Liebe und Aufmerksamkeit unseren Mitmenschen zu.

9. Das Ergebnis
Aus den gewonnenen Erkenntnissen k?nnen wir folgende Schlu?folgerungen ziehen:
In uns steckt ein inneres Kind. Unsere Pers?nlichkeit besteht zu einem gro?en Teil aus kindlichen Aspekten, die eine Behandlung brauchen, die unserem allt?glichen Verstand ungewohnt sind. Das innere Kind beherrscht unser Verhalten in einem gro?en Ma?e, unser Bewu?tsein ist nicht allm?chtig. Um Gl?ck, Verantwortungsf?higkeit und Selbstverwirklichung zu erreichen, m?ssen wir uns unserem inneren Kind ann?hern.
In jedem erwachsenen Menschen steckt das innere Kind. Dies ist nicht als ein platter Satz zu verstehen, sondern als ein wesentlicher Satz in Bezug auf den Umgang mit anderen Menschen. Man versuche einmal ganz bewu?t in allen Mitmenschen nur das innere Kind zu sehen. Die ganze Stadt mu? nur voll sein mit Kindern.
Einige Kinder fahren Porsche, andere machen andere Kinder wegen Kleinigkeiten fertig, andere versuchen durch das Kaufen von massenweise Bonbons (1 Paar Schuhe = 10 Bonbons) ihre Sorgen zu vertreiben. Es wimmelt nur so von unzufriedenen Kindern, die auf der Suche nach Liebe, Zuwendung und Anerkennung sind. Im Umgang mit diesen Kindern m?ssen wir vorsichtig sein.


10. Literatur
"Auf der Suche nach dem verlorenen Gl?ck" - von Jean Liedloff, Beck-Verlag 1991.
"Auss?hnung mit dem inneren Kind" - von E.J. Chopich und M. Paul, Bauer-Verlag1990 (Viele Ideen in diesem Skript stammen aus diesem Buch. Es ist durch und durch lesenswert, nicht zuletzt deswegen, weil es unn?tige Wiederholungen vermeidet. Die 250 Seiten h?tte man kaum mehr komprimieren k?nnen.)
"In Dir lebt das Kind, das du warst" von W. Hugh Missildine, Klett-Kotta-Verlag, 370 Seiten

1 Kommentar 20.10.05 11:14, kommentieren